{"id":1094,"date":"2025-11-29T15:17:02","date_gmt":"2025-11-29T15:17:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/?p=1094"},"modified":"2025-11-29T15:22:20","modified_gmt":"2025-11-29T15:22:20","slug":"ammerbucher-kulturlandschaftselemente-1-burg-mueneck-bei-breitenholz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/ammerbucher-kulturlandschaftselemente-1-burg-mueneck-bei-breitenholz\/","title":{"rendered":"Ammerbucher Kulturlandschaftselemente 1 &#8211; Burg M\u00fcneck bei Breitenholz"},"content":{"rendered":"\n<p>Unter einer Burg stellt man sich gemeinhin doch etwas anderes vor: auf den ersten Blick ist lediglich ein teils recht tiefer Graben, der einen kleinen H\u00fcgel umschlie\u00dft, an der Spitze des bewaldeten Bergvorsprunges oberhalb von Breitenholz zu erkennen. Aber kein Zweifel: hier stand einst die H\u00f6henburg des Ortsadels, die sogenannte Burg M\u00fcneck. 1924 untersuchte Konrad Albert Koch Teile der Anlage. Seinen nicht durchweg zuverl\u00e4ssigen Ergebnissen zufolge waren ehemals eine Ringmauer, ein Bergfried und ein kleines Wohngeb\u00e4ude (Palas) vorhanden. Der Graben k\u00f6nnte auf seiner Au\u00dfenseite noch mit einer h\u00f6lzernen Palisade bewehrt gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Einzelne Bausteine, darunter auch Buckelquader sind zwar noch vorhanden. Wo aber sind die ganzen Mauern geblieben? Die Antwort hei\u00dft: Recycling. Vor allem im 19. Jahrhundert wurden die behauenen Steine geholt, insbesondere \u2013 so wei\u00df es die \u00dcberlieferung \u2013 um damit Weinbergm\u00e4uerchen zu errichten und auszubessern. Auch andernorts sind Kirchen und Wohnh\u00e4user aus den Steinen verlassener Burgen erbaut worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 1259 erstmals genannten niederadeligen Herren von M\u00fcneck gingen um 1250 aus einer Nebenlinie der Herren von Hailfingen (im Oberen G\u00e4u) hervor und erbauten wohl mit Duldung der T\u00fcbinger Pfalzgrafen alsbald die H\u00f6henburg beim 1200 erstmals erw\u00e4hnten Ort Breitenholz. Schon um die Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die Burg aber wieder aufgegeben. 1382 wird letztmals ein M\u00fcnecker (Albrecht von Muineck) als Chorherr in Sindelfingen und Kirchherr von Altingen genannt. 1824 schlie\u00dflich gelangte die Burgstelle an die Gemeinde Breitenholz.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcneck geh\u00f6rt mit Herrenberg, Hohenentringen und Roseck zu den bekannten H\u00f6henburgen am Sch\u00f6nbuch-Trauf. Keine glich der anderen, doch alle thronen hoch \u00fcber dem G\u00e4u. Das ist das Ergebnis eines allm\u00e4hlichen \u201eAufstieges\u201c der Ortsherren, die noch bis ins 12. Jahrhundert hinein oft in einem einfachen Steinhaus im Dorf selbst wohnten. Die gro\u00dfen Herren, wie etwa die Grafen von Achalm, die Zollern oder auch die T\u00fcbinger Pfalzgrafen, zogen schon um die Mitte des 11. Jahrhunderts mit dem Bau von die Landschaft dominierenden H\u00f6henburgen voran; und wer vom Niederadel es sich leisten konnte, folgte alsbald dieser Mode.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute wohnt auf der sonnenbeschienenen S\u00fcdseite des H\u00fcgels die Haarstrangeule. Dieses vom Aussterben bedrohte Gesch\u00f6pf hat kein Gefieder, sondern geh\u00f6rt zu den Insekten, genauer gesagt handelt es sich um einen Nachtfalter. Die Raupe ist abh\u00e4ngig von einer einzigen Futterpflanze, dem Arznei-Haarstrang. Durch gezielte Pflegema\u00dfnahmen wird sichergestellt, dass die ehemalige Burg auch weiterhin bewohnt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Bildunterschrift: Luftbild Burgstall M\u00fcneck von S\u00fcden (\u00a9 Christoph Morrissey)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter einer Burg stellt man sich gemeinhin doch etwas anderes vor: auf den ersten Blick ist lediglich ein teils recht tiefer Graben, der einen kleinen H\u00fcgel umschlie\u00dft, an der Spitze des bewaldeten Bergvorsprunges oberhalb von Breitenholz zu erkennen. 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