{"id":1097,"date":"2025-11-29T15:18:54","date_gmt":"2025-11-29T15:18:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/?p=1097"},"modified":"2025-11-29T15:22:44","modified_gmt":"2025-11-29T15:22:44","slug":"ammerbucher-kulturlandschaftselemente-2-altenberg-bei-pfaeffingen-alt-weinberge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/ammerbucher-kulturlandschaftselemente-2-altenberg-bei-pfaeffingen-alt-weinberge\/","title":{"rendered":"Ammerbucher Kulturlandschaftselemente 2 &#8211; Altenberg bei Pf\u00e4ffingen: Alt-Weinberge"},"content":{"rendered":"\n<p>Schon der Flurname Altenberg verweist auf fr\u00fchen (alten) Weinbau an diesem S\u00fcdhang, nahe Pf\u00e4ffingen. Die w\u00e4rmebed\u00fcrftigen Weinreben stellen an den Boden keine besonderen Anspr\u00fcche \u2013 das Klima aber muss stimmen. Besonders geeignet sind deshalb die nach S\u00fcden geneigten Sch\u00f6nbuch-H\u00e4nge zwischen T\u00fcbingen und Herrenberg. Ideal sind zudem leicht abtrocknende, dunkle B\u00f6den, die sich in der Sonne schnell erw\u00e4rmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weinbau hatte zwischen T\u00fcbingen, Rottenburg und Herrenberg vom 13. bis ins 19. Jh. hinein eine \u00fcberragende wirtschaftliche Bedeutung. Am Weinbau interessiert waren vor allem die Orts- und Landesherrschaft sowie die Kl\u00f6ster. Schlie\u00dflich lie\u00df sich mit Wein allemal Geld verdienen. Im fr\u00fchen 16. Jahrhundert \u2013 dem H\u00f6hepunkt \u2013 waren fast alle Hanglagen bis hinunter ins Tal mit Reben bepflanzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Anlage und Unterhalt der Weinberge erforderten tiefgreifende Ver\u00e4nderungen in der Naturlandschaft: Anfangs die Rodung der \u2013 bis auf wenige Extremlagen vielleicht \u2013 von Natur aus sicher bewaldeten Steilh\u00e4nge des Sch\u00f6nbuchs, schlie\u00dflich deren Terrassierung und Verbauung mit Steinm\u00e4uerchen. Es folgte der Abbau von Steinen und von Mergelboden zum Verbessern und D\u00fcngen aberodierter und ausgelaugter Weinberge. Die M\u00e4uerchen sollten die allzu steilen H\u00e4nge vor Erosion bewahren, zudem speicherten die dicken Steine die W\u00e4rme und sch\u00fctzten so etwa vor n\u00e4chtlichen Sp\u00e4tfr\u00f6sten.<\/p>\n\n\n\n<p>Preisverfall, Sch\u00e4dlinge (Reblaus, Mehltau und andere), Kriegsereignisse und die teils schwierigen Arbeitsbedingungen in den steilen Sch\u00f6nbuch-H\u00e4ngen sorgten nach dem 30j\u00e4hrigen Krieg (1618\u20131648) f\u00fcr einen R\u00fcckgang des Weinbaus. Abgel\u00f6st wurde die Rebe in daf\u00fcr geeigneten Lagen zumeist von dem sicher schon im 18. Jahrhundert verst\u00e4rkt betriebenen, besonders aber im 19. Jh. aufkommenden Obstanbau (Mostsorten und Zwetschgen). Auch der um die Mitte des 19. Jh. eingef\u00fchrte Hopfenanbau stand auf etlichen Fl\u00e4chen offensichtlich in direkter Nachfolge.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere am S\u00fcdhang unterhalb der Burg M\u00fcneck, am Pfaffenberg bei Entringen sowie bei Unterjesingen werden heute noch, oder besser wieder, Reben in nennenswertem Umfang gezogen. Der Altenberg bei Pf\u00e4ffingen zeigt nun auf kleinem Raum s\u00e4mtliche Verfalls-Stadien bis hin zur Verbuschung und \u00dcberwaldung, ein Dokument \u2013 wichtig wie eine Urkunde \u2013 zur Wirtschaftsgeschichte des hiesigen Raumes.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00fcbrig gebliebenen Strukturen wie Trockenmauern bieten vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum \u2013 sofern sie gepflegt und von beschattenden Geh\u00f6lzen befreit werden. So k\u00f6nnen dort mit etwas Geduld z.B. Reptilien wie Zauneidechsen beobachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bildunterschrift: Ehemalige Weinberge am S\u00fcdhang des Altenberges bei Pf\u00e4ffingen (\u00a9 Christoph Morrissey)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon der Flurname Altenberg verweist auf fr\u00fchen (alten) Weinbau an diesem S\u00fcdhang, nahe Pf\u00e4ffingen. Die w\u00e4rmebed\u00fcrftigen Weinreben stellen an den Boden keine besonderen Anspr\u00fcche \u2013 das Klima aber muss stimmen. 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