{"id":1119,"date":"2025-11-29T15:32:26","date_gmt":"2025-11-29T15:32:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/?p=1119"},"modified":"2025-11-29T15:32:26","modified_gmt":"2025-11-29T15:32:26","slug":"ammerbucher-kulturlandschaftselemente-8-einmal-tuebingen-und-zurueck-der-tuebinger-weg-bei-entringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/ammerbucher-kulturlandschaftselemente-8-einmal-tuebingen-und-zurueck-der-tuebinger-weg-bei-entringen\/","title":{"rendered":"Ammerbucher Kulturlandschaftselemente 8 &#8211; Einmal T\u00fcbingen und zur\u00fcck: Der \u201eT\u00fcbinger Weg\u201c bei Entringen"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Entringen nach T\u00fcbingen zu Fu\u00df? Ja, warum nicht, zumal im Zeitalter des Wanderns und Joggens. Aber welcher Weg ist hier zu empfehlen? Tats\u00e4chlich gibt es ja bereits einen \u201eT\u00fcbinger Weg\u201c, der jedoch schon lange au\u00dfer Nutzung und kaum noch bekannt ist. Aus der Ortsmitte Entringens kommend f\u00fchrte er, heute Lindenstra\u00dfe genannt, an der alten Linde vorbei \u00fcber die Talkerbe in den Waldwiesen im Gewann \u201aIm Hohen\u2018 zum Sattel an der Schwarzenburg hinauf. Von dort aus ging es \u00fcber das Himbachtal\/Rosecker T\u00e4lchen an Unterjesingen vorbei ins Ammertal nach T\u00fcbingen. Im ansteigenden Hang zeigt sich der Weg anfangs nur als seichte Rinne, weiter oberhalb schneidet er als schmaler Hohlweg tiefer ein. Weite Teile des Fu\u00dfweges sind allerdings schon verfallen, teils verf\u00fcllt oder auch verrutscht. Bis vor wenigen Jahren noch sichtbare Reste von Platten und Stufen aus Schilfsandstein sind mittlerweile vom Gras \u00fcberwachsen..<\/p>\n\n\n\n<p>Es handelt sich dabei um den fr\u00fcher viel genutzten Fu\u00dfweg und Marktweg nach T\u00fcbingen, der erst seit dem Bau der Eisenbahn (1910 Bahnlinie Herrenberg-T\u00fcbingen) und dem zunehmenden Stra\u00dfenverkehr allm\u00e4hlich au\u00dfer Gebrauch kam und in Vergessenheit geriet. Hier wurden etwa Waren noch bei morgendlicher D\u00e4mmerung auf den Markt in T\u00fcbingen getragen und hier ging es am Mittag deutlich leichter beladen \u2013 so hoffte zumindest jeder \u2013 wieder zur\u00fcck. Kaum noch vorstellbar in heutiger Zeit diese M\u00fche, und dennoch noch gar nicht so unendlich lang her: die sogenannte \u201egute alte Zeit\u201c. Ist das Wandern auch heute wieder in Mode gekommen, erinnert der T\u00fcbinger Weg doch an die \u00fcbliche und eher unfreiwillige Art der Fortbewegung in noch nicht motorisierten Zeiten, und auch daran, wof\u00fcr wir eigentlich unsere F\u00fc\u00dfe haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer vor dem Gang oder bei der Heimkehr noch Andacht halten wollte, konnte dies zumindest im Mittelalter tun: am Ortsrand bei der heutigen gro\u00dfen Linde stand bis 1550 eine Feldkapelle, die dem heiligen Lorenz gewidmet gewesen war. Wie so manch andere Kapelle fiel sie dann dem sogenannten Feldkirchenerlass zum Opfer, in dem der Landesherr Herzog Christoph von W\u00fcrttemberg die Aufhebung und den Abriss aller au\u00dferhalb der Orte gelegenen Kapellen angeordnet hatte. Auch wer schwere Lasten trug, konnte hier nochmals durchschnaufen: Bis in das 20. Jahrhundert hinein stand dort eine steinerne Ruhbank (Gruhe), die jedoch sicher erst lange nach dem Abriss der Kapelle dort aufgestellt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Bildunterschrift: Der alte Fu\u00dfweg von Entringen nach T\u00fcbingen, im Hintergrund Entringen (\u00a9 Christoph Morrissey)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Entringen nach T\u00fcbingen zu Fu\u00df? Ja, warum nicht, zumal im Zeitalter des Wanderns und Joggens. Aber welcher Weg ist hier zu empfehlen? 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