{"id":1122,"date":"2025-11-29T15:33:35","date_gmt":"2025-11-29T15:33:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/?p=1122"},"modified":"2025-11-29T15:33:35","modified_gmt":"2025-11-29T15:33:35","slug":"ammerbucher-kulturlandschaftselemente-9-was-alles-hinter-einer-mulde-steckt-die-lehmgrube-im-gewann-im-hohen-bei-entringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/ammerbucher-kulturlandschaftselemente-9-was-alles-hinter-einer-mulde-steckt-die-lehmgrube-im-gewann-im-hohen-bei-entringen\/","title":{"rendered":"Ammerbucher Kulturlandschaftselemente 9 &#8211; Was alles hinter einer Mulde steckt: Die Lehmgrube im Gewann Im Hohen bei Entringen"},"content":{"rendered":"\n<p>Etwas merkw\u00fcrdig mutet bei genauerem Hinsehen die unf\u00f6rmige Mulde in der Sohle des T\u00e4lchens zwischen Schwarzenburg und Waldwiesenhalde schon an. Dennoch wird kaum jemand vermuten, dass Menschenhand diese Kuhle geschaffen hat. Das allein w\u00e4re ja weiter noch nicht so spannend, doch steht diese Mulde auch f\u00fcr ein jahrhundertealtes Handwerk, das erst um 1900 in der industriellen Produktion aufging und somit aus dem allt\u00e4glichen Blickfeld verschwand.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu bemerken ist, dass der Boden dort aus feinem, entweder durch Wind angeh\u00e4uften oder von den H\u00e4ngen angeschwemmten (eiszeitlichen) Verwit\u00adterungs\u00adlehmen besteht. Offenbar wurde man hier in fr\u00fcherer Zeit f\u00fcndig auf der Suche nach tauglichem Material zum Brennen von Dachziegeln und Ziegelsteinen. Weitere solcher Gruben wurden um 1970 schon verf\u00fcllt. Der Lehm von hier d\u00fcrfte unmittelbar an Ort und Stelle verarbeitet und auch gebrannt worden sein. Von Ziegeleien ist im oder am Ort jedenfalls nichts bekannt, aufgrund der hohen Feuergefahr mussten sie in aller Regel auch au\u00dferhalb der H\u00e4user betrieben werden. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts setzte sich die zentralisierte, maschinelle Fertigung allm\u00e4hlich durch: eine gro\u00dfe Ziegelei entstand etwa im K\u00e4senbachtal bei T\u00fcbingen im Bereich der alten chirurgischen Klinik (Backsteinbau), oder auch im Oberen G\u00e4u nahe der Londorfer Kapelle westlich M\u00f6tzingens, sowie in Nufringen und Ergenzingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ziegelherstellung geh\u00f6rt zu den alten Gewerben, die fr\u00fcher oft noch in kleinen Handwerksbetrieben ausge\u00fcbt worden sind. Auch Steinhauer, T\u00f6pfer, B\u00f6ttcher, Gerber, Weber, Schmiede, Korbflechter, Rechenmacher und andere mehr gibt es kaum noch. Seit der Erfindung der Dampfmaschine im Jahr 1769 \u2013 in W\u00fcrttemberg jedoch erst im Laufe des 19. Jahrhunderts \u2013 l\u00f6sten maschinelle und industrielle Produktion die alten Gewerbe nach und nach \u2013 bis heute \u2013 ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute wird die Mulde inkl. der umgebenden Wiese so bewirtschaftet, dass dort der stark gef\u00e4hrdete Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbl\u00e4uling, ein wunderh\u00fcbscher Schmetterling, gute Lebensbedingungen vorfindet. Daf\u00fcr braucht er die Raupen-Futterpflanze, den Gro\u00dfen Wiesenknopf. Au\u00dferdem ausreichend Nester einer ganz bestimmten Ameisenart. Denn die Raupen haben einen raffinierten Trick: Sie tarnen sich als Ameisen-Nachwuchs und ern\u00e4hren sich dann in deren Bau von der Ameisenbrut.<\/p>\n\n\n\n<p>Bildunterschrift: Ehemalige Lehmgrube Im Hohen s\u00fcdlich von Entringen (\u00a9 Christoph Morrissey)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etwas merkw\u00fcrdig mutet bei genauerem Hinsehen die unf\u00f6rmige Mulde in der Sohle des T\u00e4lchens zwischen Schwarzenburg und Waldwiesenhalde schon an. 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