{"id":1125,"date":"2025-11-29T15:34:55","date_gmt":"2025-11-29T15:34:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/?p=1125"},"modified":"2025-11-29T15:34:55","modified_gmt":"2025-11-29T15:34:55","slug":"ammerbucher-kulturlandschaftselemente-10-das-land-wo-die-apfelbaeume-bluehen-streuobstwiesen-am-schoenbuchtrauf-bei-breitenholz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/ammerbucher-kulturlandschaftselemente-10-das-land-wo-die-apfelbaeume-bluehen-streuobstwiesen-am-schoenbuchtrauf-bei-breitenholz\/","title":{"rendered":"Ammerbucher Kulturlandschaftselemente 10 &#8211; Das Land, wo die Apfelb\u00e4ume bl\u00fchen: Streuobstwiesen am Sch\u00f6nbuchtrauf bei Breitenholz"},"content":{"rendered":"\n<p>Schon von weitem leuchten im Fr\u00fchjahr die H\u00e4nge des Sch\u00f6nbuchs in wei\u00df-rosa T\u00f6nen: Abertausende von Apfel-, Birn-, Zwetschgen und Kirschb\u00e4umen bl\u00fchen und laden zu \u201eduftenden\u201c Spazierg\u00e4ngen ein. Aber warum gibt es eigentlich gerade hier so viele Obstb\u00e4ume und seit welcher Zeit? In Archivalien des Klosters Bebenhausen finden sich Hinweise, dass schon im Mittelalter vereinzelt Obstb\u00e4ume in den Weinbergen standen, wahrscheinlich Jungb\u00e4ume, die hier hochgezogen wurden. Der Obstbau hatte insbesondere um Breitenholz aber erst im 19. Jahrhundert so betr\u00e4chtliche Ausma\u00dfe angenommen und insbesondere die aufgelassenen Rebfl\u00e4chen in Beschlag genommen. 1867 war er jedenfalls hier schon eine Haupterwerbsquelle der Einwohner. Besonders durch die Erfahrung der Hungersn\u00f6te im fr\u00fchen 19. Jahrhundert wurde der Obstanbau in W\u00fcrttemberg zudem staatlich gef\u00f6rdert, man wollte eine weitere Ern\u00e4hrungsgrundlage schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Qualitativ beg\u00fcnstigt durch die klimatisch gesch\u00fctzte Lage war das Stein- und Kernobst von den Sch\u00f6nbuch-H\u00e4ngen ein gesch\u00e4tzter Handelsartikel bis in den Schwarzwald hinein. Besonders die Kirschen scheinen \u00fcber Jahrzehnte hinweg guten Ertrag und Gewinn gebracht zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>So idyllisch wie die Streuobstwiesen heute aussehen, sind sie jedoch erst seit einigen Jahrzehnten. Kaum ein Bauer konnte es sich leisten, den Boden unter den B\u00e4umen dem Graswuchs zu \u00fcberlassen. Vielmehr wurde \u2013 sozusagen im Erdgeschoss \u2013 hier Ackerbau betrieben, im ersten Stock Obst gezogen und geerntet. Der Obstbau beanspruchte jedoch durchweg Fl\u00e4chen, die f\u00fcr Feldfr\u00fcchte aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht besonders geeignet waren. Erst seit der allm\u00e4hlichen Einf\u00fchrung des Traktors und der Intensivierung geeigneter Ackerfl\u00e4chen st\u00f6rten die B\u00e4ume auf den schmalen St\u00fcckle. Seit dem fr\u00fchen 20. Jh. wurden entweder die B\u00e4ume rausgerissen oder die \u00c4cker vielfach gleich in Wiesen umgewandelt: die sogenannten Streuobstwiesen entstanden, wie sie heute weithin das Landschaftsbild am Fu\u00df der Sch\u00f6nbuch-H\u00e4nge immer noch pr\u00e4gen. Auch deshalb sind viele dieser Streuobstwiesen wie ein kleines Geschichtsbuch, in dem die Spuren von Wein-, Acker- und Obstbau eingegraben sind. Zudem bieten sie insbesondere f\u00fcr V\u00f6gel, Insekten und Flederm\u00e4use einen bedeutsamen Lebensraum, geh\u00f6ren zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Vitalit\u00e4tsverlust durch \u00dcberalterung der Best\u00e4nde, sich ausbreitende Misteln, wachsende Siedlungsfl\u00e4chen und kaum noch zu leistende Pflege bedrohen dieses Idyll allerdings. Mit vereinten Kr\u00e4ften soll es im Naturschutzgebiet \u201eSch\u00f6nbuch-Westhang\/Ammerbuch\u201c allerdings erhalten bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bildunterschrift: Blick \u00fcber die Breitenholzer Streuobstwiesen auf den Sch\u00f6nbuchtrauf (\u00a9 Christoph Morrissey)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon von weitem leuchten im Fr\u00fchjahr die H\u00e4nge des Sch\u00f6nbuchs in wei\u00df-rosa T\u00f6nen: Abertausende von Apfel-, Birn-, Zwetschgen und Kirschb\u00e4umen bl\u00fchen und laden zu \u201eduftenden\u201c Spazierg\u00e4ngen ein. 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