{"id":1128,"date":"2025-11-29T15:36:09","date_gmt":"2025-11-29T15:36:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/?p=1128"},"modified":"2025-11-29T15:36:09","modified_gmt":"2025-11-29T15:36:09","slug":"ammerbucher-kulturlandschaftselemente-11-eine-bank-und-doch-nicht-zum-sitzen-die-ruhbank-an-der-weissen-steige-bei-breitenholz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/ammerbucher-kulturlandschaftselemente-11-eine-bank-und-doch-nicht-zum-sitzen-die-ruhbank-an-der-weissen-steige-bei-breitenholz\/","title":{"rendered":"Ammerbucher Kulturlandschaftselemente 11 &#8211; Eine Bank, und doch nicht zum Sitzen: Die Ruhbank an der Wei\u00dfen Steige bei Breitenholz"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf den ersten Blick etwas r\u00e4tselhaft mutet die gut 1,2 m hohe Steinbank an, die beim Feldh\u00e4usle am Beginn der Wei\u00dfen Steige s\u00fcdlich von Breitenholz steht. Als Sitzbank viel zu hoch, als Tisch zu schmal. Aber was dann? Nur demjenigen, der schon einmal versucht hat, eine schwer beladene R\u00fcckentrage \u2013 etwa mit einem Kleinkind drin \u2013 auf dem Boden abzusetzen, erschlie\u00dft sich der Sinn in diesen F\u00e4llen unmittelbar. Nicht zum Sitzen, sondern zum Abstellen schwerer Lasten diente sie, die auf dem R\u00fccken oder auch Kopf getragen wurden. Ohne dass man sich jedes Mal zu Boden b\u00fccken musste und dabei das eine oder andere aus der Trage fiel. Auch das Aufladen ging so ohne fremde Hilfe leichter von der Hand. Oft war oder ist auch ein zweites, deutlich niedrigeres B\u00e4nkchen vorhanden gewesen, worauf man sich zus\u00e4tzlich setzen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns ist dies heute nur noch schwer nachvollziehbar: weder m\u00fcssen wir regelm\u00e4\u00dfig weite Strecken laufen um etwas zu erledigen, und noch viel weniger tr\u00e4gt man dabei schwere Lasten wie etwa Brennholzb\u00fcndel, Strohgarben, einen Stapel Weinbergstecken, einen Korb mit Steinen oder Mergel, Reisig oder anderes.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab fr\u00fcher auch h\u00f6lzerne Ruhb\u00e4nke, wahrscheinlich sogar mehr als steinerne, doch ist von ihnen nichts mehr erhalten. Die Steinernen waren quasi die &#8222;Luxusausf\u00fchrung&#8220; und \u00fcberdauerten die Zeiten besser. Die Ruhb\u00e4nke bestehen in der Regel aus Keuper-Sandstein, an den Sch\u00f6nbuch-H\u00e4ngen zumeist aus lokalem Schilfsandstein. Zwei Pfeiler (F\u00fc\u00dfe) tragen einen gro\u00dfen Quersturz (Bank) und sind mit diesem verzapft, oft auch mit eisernen Klammern oder Blechb\u00e4ndern zusammengehalten. Ruhb\u00e4nke wurden insbesondere im 18. und fr\u00fchen 19. Jh. errichtet, sozusagen eine Mode in dieser Zeit. Ihre Haupt-Verbreitung liegt im Albvorland mit dem Sch\u00f6nbuch, den Schw\u00e4bisch-Fr\u00e4nkischen Waldbergen sowie im mittleren Neckargebiet mit Seitenfl\u00fcssen bis hinter Heilbronn, mithin also eine w\u00fcrttembergische Mode. Sie werden lokal auch Grubbank oder Gruhe, genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin drei Ruhb\u00e4nke stehen noch im Naturschutzgebiet auf Gemarkung Ammerbuch: Im Gewann Egertle und im Gewann Schiefer n\u00f6rdlich von Breitenholz wie auch am Beginn der Wei\u00dfen Steige. Zwei weitere standen am Steigrain nahe Breitenholz, bei Entringen ist zumindest eine ganz verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bildunterschrift: Ruhbank (Gruhe) mit dem \u201aNubenh\u00e4usle\u201c (Schutzh\u00fctte) am Anstieg der Wei\u00dfen Steige (\u00a9 Christoph Morrissey)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den ersten Blick etwas r\u00e4tselhaft mutet die gut 1,2 m hohe Steinbank an, die beim Feldh\u00e4usle am Beginn der Wei\u00dfen Steige s\u00fcdlich von Breitenholz steht. Als Sitzbank viel zu hoch, als Tisch zu schmal. Aber was dann? 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