{"id":337,"date":"2022-02-02T19:39:58","date_gmt":"2022-02-02T19:39:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/?p=337"},"modified":"2022-02-02T19:41:02","modified_gmt":"2022-02-02T19:41:02","slug":"aus-der-ammerbucher-heimatgeschichte-der-goldring-von-ammerbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/aus-der-ammerbucher-heimatgeschichte-der-goldring-von-ammerbuch\/","title":{"rendered":"Aus der Ammerbucher Heimatgeschichte \u2013 \u201eDer Goldring von Ammerbuch\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Aufgrund von Hinweisen eines ehrenamtlichen Mitarbeiters des Landesdenkmalschutzamtes wegen h\u00e4ufiger Knochenfunde in einem Gewann bei Reusten wurde 2020 in der N\u00e4he des Kirchberges ein etwa 3800 Jahre altes Frauengrab ausgegraben. Hierbei machten man einen sehr besonderen Fund: denn als (einzige) Grabbeigabe fand man einen fr\u00fchbronzezeitlichen Goldring (Durchmesser ca. 12 mm, Breite ca. 5 mm, Gewicht 0,6 g).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Besondere des Fundes, einer kleinen Spirale aus verschlungenem Golddraht, ist zum einen, dass Goldfunde aus dieser Zeit hier \u00e4u\u00dferst selten sind und zudem der Ring der bisher \u00e4lteste, sicher zu datierende Goldfund in S\u00fcdwestdeutschland ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren ist die Herkunft des Goldes einzigartig, da es nicht wie bei anderen Funden aus dieser Region und Zeitstellung aus S\u00fcdosteuropa stammt, sondern aus dem Umfeld des Flusses Carnon in Cornwall, aus dem \u00fcbrigens auch das Gold f\u00fcr die Auflagen der r\u00e4tselhaften Himmelsscheibe von Nebra stammt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verstorbene war in West-Ost-Richtung gehockt auf der rechten Seite liegend mit dem Gesicht nach S\u00fcden begraben worden. Der Goldring wurde im H\u00fcftbereich hinter dem Skelett gefunden, k\u00f6nnte als Haarschmuck verwendet worden sein und deutet auf einen hohen sozialen Status der Tr\u00e4gerin hin. F\u00fcr die weitere Untersuchung wurde das gesamte Grab in einem Block geborgen und zur weiteren Untersuchung und Konservierung in ein Labor gebracht. Das Skelett konnte mit der Radiokarbonmethode auf den Zeitraum von circa 1800 bis 1600 v. Chr. datiert werden. Der Untersuchung des Skeletts zufolge war die Verstorbene eine etwa 1,60 Meter gro\u00dfe Frau im Alter von 18 bis 21 Jahren und ohne Hinweise auf Erkrankungen oder Verletzungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Grab, fr\u00fcher wohl mit einem Grabh\u00fcgel versehen, ist sicher im Zusammenhang mit der seit der Jungsteinzeit nachgewiesenen Besiedlung des Reustener Kirchberges zu sehen. Vielleicht war die junge Frau die fr\u00fch verstorbene Tochter oder Frau eines auf dem Kirchbergplateau residierenden lokalen Anf\u00fchrers? Durch die besondere Geologie des Kirchbergsporns, die nur nach Westen einen schmalen ebenerdige Zugang bot und sonst nach Norden, Osten und S\u00fcden durch steile H\u00e4nge f\u00fcr einen nat\u00fcrlichen Schutz sorgte, war das Kirchbergplateau im weiten Umkreis ein sich f\u00fcr einen F\u00fcrstensitz oder eine Befestigungsanlage besonders geeigneter Ort. Was ja auch sp\u00e4ter durch Nutzung als alemannische Fluchtburg und Stammburg des Adelsgeschlecht von (Holzgerlingen-) Kr\u00e4heneck im Zeitraum etwa 1000-1200 n. Chr. seine Fortsetzung fand.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ring befindet sich nun nach der Konservierung im Landesdenkmalschutzamt in Esslingen. Mittlerweile gibt es von einem Goldschmied in B\u00f6blingen (Hanno Frantzen \u201eArt Aurum\u201c) auch eine moderne Interpretation des Goldringes). Bild: Goldring von Ammerbuch, unbekannter K\u00fcnstler, 2. Jahrtausend v. Chr., Yvonne M\u00fchleis, LAD Esslingen<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den B\u00fcrgerverein Ammerbuch e.V., B. Dieter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund von Hinweisen eines ehrenamtlichen Mitarbeiters des Landesdenkmalschutzamtes wegen h\u00e4ufiger Knochenfunde in einem Gewann bei Reusten wurde 2020 in der N\u00e4he des Kirchberges ein etwa 3800 Jahre altes Frauengrab ausgegraben. 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