{"id":881,"date":"2024-12-09T20:33:44","date_gmt":"2024-12-09T20:33:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/?p=881"},"modified":"2024-12-15T08:46:01","modified_gmt":"2024-12-15T08:46:01","slug":"brand-der-schlossscheuer-1930","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/brand-der-schlossscheuer-1930\/","title":{"rendered":"Brand der Schlossscheuer 1930"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahre 1930 kam es durch Brandstiftung zu eine massiven Zerst\u00f6rung der Schlossscheuer. Im Heimatbuch der Gemeinde Poltringen von 1971 finden sich auf Seite 101 ein undatiertes Bild vor dem Brand und ein Bild nach dem Brand und vor Wiederaufbau von 1931 (siehe Beitragsbild).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Brand von April 1930 war das gr\u00f6\u00dfte Brandgeschehen der neueren Vergangenheit Poltringens und wird in verschiedenen Quellen beschrieben. Zum Gl\u00fcck verlief er ohne Verluste von Menschenleben und ein \u00dcbergreifen auf andere Schlosshofgeb\u00e4ude wurde verhindert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>\u201ePfarrchronik\u201c<\/strong> im Di\u00f6zesanarchivs (DAR, PfA Poltringen, Akz. 06\/2007, Bd. 38) berichtet folgendes:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eIn der Nacht vom Fastnachtsdienstag auf Aschermittwoch brannte es in der Schlossscheuer. Da aber das Feuer in dem massiven Teil gelegt worden war, konnte es sich nicht weiterentwickeln. In einigen Stunden war es gel\u00f6scht. Der zweite Versuch in der Nacht vom Ostermontag auf Osterdienstag (21.\/22. April) gelang besser. Um \u00bd 12 Uhr wurde das Feuer bemerkt und im Nu stand das ganze Geb\u00e4ude in Flammen. An eine Rettung war nicht mehr zu denken. Auch die T\u00fcbinger Motorspritze musste sich darauf beschr\u00e4nken, die Nachbarh\u00e4user zu sch\u00fctzen. So brannte die Schlossscheuer, das gr\u00f6\u00dfte Geb\u00e4ude im Ort mit etwa 600 Zentner Stroh und Futter vollst\u00e4ndig aus. Der Schaden wurde auf 45 000 M gesch\u00e4tzt. Die meisten Leute waren versichert. Brandstiftung liegt sicher vor. Zwei Verd\u00e4chtige wurden in das Amtsgerichtsgef\u00e4ngnis in T\u00fcbingen eingeliefert, aber [\u2026] wegen Mangel an Beweisen wieder freigelassen. Die Schlossscheuer wurde darauf in kleinem Ma\u00dfstab wieder aufgebaut, hat aber jetzt ganz ihr charakteristisches \u00c4u\u00dfere verloren. Sie ist jetzt zu einer gew\u00f6hnlichen Bauernscheuer herabgesunken.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <strong>\u201eG\u00e4ubote\u201c<\/strong> (damals auch noch \u201eAmmertalbote\u201c und Amtsblatt) vom 25.04.1930 vermeldet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eIn der Nacht von Montag auf Dienstag brach, wie schon kurz gemeldet, in der Schlossscheuer, in der die halbe hiesige Einwohnerschaft&nbsp; einen Teil ihrer Stroh- und Futtervorr\u00e4te untergebracht hatte, Feuer aus. Eine Rettung des Geb\u00e4udes und seiner Vorr\u00e4te erschien von vornherein aussichtslos. Die hiesige Feuerwehr musste sich darauf beschr\u00e4nken die benachbarten H\u00e4user (die M\u00fchle und das Wohn- und \u00d6konomiegeb\u00e4ude der Witwe Rudolf Wellh\u00e4u\u00dfer) zu sch\u00fctzen. Diese ganz nahe an dem Brandherd gelegenen H\u00e4user waren anfangs durch den gro\u00dfen Funkenregen stark gef\u00e4hrdet. Die Schlossscheuer, ein Wahrzeichen des hiesigen Ortes, ist vollst\u00e4ndig ausgebrannt und nur noch traurige Ruinen des stattlichen Geb\u00e4udes ragen zum Himmel. Mit der Scheuer sind etwa 600 Zentner Stroh und Futtermittel verbrannt; au\u00dferdem eine Dreschmaschine u.a.. Die Scheuer steht im Eigentum der hiesigen Gemeinde, die bei der verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig&nbsp;niedrigen Versicherungssumme einen gro\u00dfen Schaden erleidet. Nicht besser ist ein Teil der Einwohnerschaft weggekommen. Die Emp\u00f6rung \u00fcber den Brandstifter ist allgemein.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>\u201e<\/strong><strong>T\u00fcbinger Chronik\u201c<\/strong> (Vorg\u00e4ngerin des \u201eSchw\u00e4bischen Tagblattes\u201c) vom 23.4.1930 berichtet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Heute nacht&nbsp; \u00bd 12 Uhr w\u00e4hrend die Einwohnerschaft bei einer Hochzeitsfeier im \u201eAdler\u201c war, ert\u00f6nte schon wieder Feueralarm. Hochzeitsg\u00e4ste aus Hailfingen, die eben auf dem Heimweg begriffen waren, bemerkten, dass die der Gemeinde geh\u00f6rende Schlossscheuer in Flammen stand. Die Ortsfeuerwehr und die zur Hilfe gerufene Weckerlinie von T\u00fcbingen bek\u00e4mpften das Feuer energisch. Es gelang ihnen auch den Brand auf seinen Herd zu beschr\u00e4nken. Es wird Brandstiftung vermutet. Die Scheuer ist vollst\u00e4ndig ausgebrannt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer hierzu vertiefende Informationen beitragen kann (z.B. Bilder \/ Beschreibungen des Brandes oder der Schlossscheuer besitzt oder kennt?) oder andere Geschichten als \u201eFundst\u00fccke\u201c beitragen m\u00f6chte, kann sich gerne bei unserer AG melden (<a href=\"mailto:heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">heimatgeschichte@hwv-ammerbuch.de<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich f\u00fcr den Erhalt der Schlossscheuer einsetzen will, findet <a href=\"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/unterschriftensammlung-gegen-den-verkauf-der-poltringer-schlossscheuer\/\">hier<\/a> Informationen zur Unterschriftensammlung und zur Schlossscheuer. Wer den B\u00fcrgerverein durch Mitarbeit und\/oder als Mitglied unterst\u00fctzen will, findet <a href=\"https:\/\/www.buergerverein-ammerbuch.de\/bv\/kontakt\/\">hier<\/a> Infos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die AG \u201ePoltringer Ortsgeschichte\u201c, Boris Dieter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahre 1930 kam es durch Brandstiftung zu eine massiven Zerst\u00f6rung der Schlossscheuer. 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