Ein verschwundener See liegt im Tälchen direkt unterhalb Schloss Hohenentringen. Vom ehemaligen Weiher ist nur noch ein Stück des ehemals höchstens zwei Meter hohen Erddammes erhalten. Der Weiher war etwa 50 m lang, inmitten der alten Seefläche stand bis vor einigen Jahren ein Strommasten. Charakteristisch ist der aufsedimentierte, auffallend ebene und staunasse, ehemalige Seeboden, der in der Talsohle noch gut auszumachen ist. Im Bewuchs zeigen sich noch Feuchtbodenelemente, doch unterschiedet sich die Fläche ansonsten kaum mehr vom anderen Talboden. Der Weiher ist offenbar auf keiner historischen Karte und auch in keiner Akte vermerkt. Er wurde wohl schon vor 1680 (fehlt jedenfalls in der Kieserschen Forstkarte des Jahres 1683) wieder aufgelassen, spätestens jedoch um 1800. Vielleicht diente er ehemals als kleiner Fischweiher oder Eisweiher. Die schattige und kühle Lage, die eher geringe Tiefe (maximal wohl um 1,5 m) sowie der geringe Wasserzufluss sprechen für einen solchen Eisweiher im Rammertäle.

Vor dem alltäglichen Gebrauch des Kühlschranks ab den 1950er Jahren wurden in solchen Eisweihern im Winter Eisblöcke gestochen und in kühle Keller eingelagert – seinerzeit das einzige Hilfsmittel, um im Sommer empfindliche Lebensmittel vor raschem Verderb zu schützen und Getränke zu kühlen. Fast alle dieser kleinen Eisweiher sind mittlerweile verfüllt, die früheren Keller zur Lagerung der Eisblöcke im Sommer zumeist verfallen. Ein Eiskeller lag einst mitten im Ort, im Hang nahe der alten Kelter. Das Eis für diesen Keller wurde wohl in einem kleinen Weiher direkt am Käsbach gestochen, wenig nördlich der Kirche, am Ortsrand. Bedienten sich im Rammentäle vielleicht einst die Bewohner von Hohenentringen?

Allerdings gehört oft zu einer Burg auch ein Burgweiher, wie etwa bei Schloss Roseck (Unterjesingen): hier ist im Tälchen unterhalb davon, direkt an der Zufahrtsstraße, gleichfalls noch ein durchstochener Damm eines größeren und deutlich tieferen Weihers zu erkennen. Möglicherweise stand dort die Fischzucht im Vordergrund.

Bildunterschrift: Der durchstochene Damm des ehemaligen Weihers unterhalb Schloss Hohenentringen (© Christoph Morrissey)