Schon der Flurname Altenberg verweist auf frühen (alten) Weinbau an diesem Südhang, nahe Pfäffingen. Die wärmebedürftigen Weinreben stellen an den Boden keine besonderen Ansprüche – das Klima aber muss stimmen. Besonders geeignet sind deshalb die nach Süden geneigten Schönbuch-Hänge zwischen Tübingen und Herrenberg. Ideal sind zudem leicht abtrocknende, dunkle Böden, die sich in der Sonne schnell erwärmen.

Der Weinbau hatte zwischen Tübingen, Rottenburg und Herrenberg vom 13. bis ins 19. Jh. hinein eine überragende wirtschaftliche Bedeutung. Am Weinbau interessiert waren vor allem die Orts- und Landesherrschaft sowie die Klöster. Schließlich ließ sich mit Wein allemal Geld verdienen. Im frühen 16. Jahrhundert – dem Höhepunkt – waren fast alle Hanglagen bis hinunter ins Tal mit Reben bepflanzt.

Anlage und Unterhalt der Weinberge erforderten tiefgreifende Veränderungen in der Naturlandschaft: Anfangs die Rodung der – bis auf wenige Extremlagen vielleicht – von Natur aus sicher bewaldeten Steilhänge des Schönbuchs, schließlich deren Terrassierung und Verbauung mit Steinmäuerchen. Es folgte der Abbau von Steinen und von Mergelboden zum Verbessern und Düngen aberodierter und ausgelaugter Weinberge. Die Mäuerchen sollten die allzu steilen Hänge vor Erosion bewahren, zudem speicherten die dicken Steine die Wärme und schützten so etwa vor nächtlichen Spätfrösten.

Preisverfall, Schädlinge (Reblaus, Mehltau und andere), Kriegsereignisse und die teils schwierigen Arbeitsbedingungen in den steilen Schönbuch-Hängen sorgten nach dem 30jährigen Krieg (1618–1648) für einen Rückgang des Weinbaus. Abgelöst wurde die Rebe in dafür geeigneten Lagen zumeist von dem sicher schon im 18. Jahrhundert verstärkt betriebenen, besonders aber im 19. Jh. aufkommenden Obstanbau (Mostsorten und Zwetschgen). Auch der um die Mitte des 19. Jh. eingeführte Hopfenanbau stand auf etlichen Flächen offensichtlich in direkter Nachfolge.

Insbesondere am Südhang unterhalb der Burg Müneck, am Pfaffenberg bei Entringen sowie bei Unterjesingen werden heute noch, oder besser wieder, Reben in nennenswertem Umfang gezogen. Der Altenberg bei Pfäffingen zeigt nun auf kleinem Raum sämtliche Verfalls-Stadien bis hin zur Verbuschung und Überwaldung, ein Dokument – wichtig wie eine Urkunde – zur Wirtschaftsgeschichte des hiesigen Raumes.

Die übrig gebliebenen Strukturen wie Trockenmauern bieten vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum – sofern sie gepflegt und von beschattenden Gehölzen befreit werden. So können dort mit etwas Geduld z.B. Reptilien wie Zauneidechsen beobachtet werden.

Bildunterschrift: Ehemalige Weinberge am Südhang des Altenberges bei Pfäffingen (© Christoph Morrissey)