Die Höhe der Schwarzenburg, ein breiter Bergvorsprung zwischen Entringen und Pfäffingen, ist von merkwürdigen Gruben und Gräben durchzogen. Sind es vielleicht Reste einer alten Burg, wie es ja auch der Name suggeriert? Für eine Burg fehlt allerdings jeglicher Hinweis. Beim näheren Betrachten wird vielmehr bald klar, dass hier nach etwas gegraben wurde. Schätze gibt es hier zwar keine, dennoch zeigt ein Blick auf offenstehende Grubenwände, dass hier offenbar über Jahrhunderte hinweg Steine gebrochen worden sind. Schon in der 1683 von Andreas Kieser gezeichneten Forst-Karte des Schönbuchs findet sich die Bezeichnung „Steingruben“. Die älteren Gruben liegen auf der Hochfläche, die jüngsten Steingruben am Altweg am Nordost-Hang. Um 1830 war die Anhöhe nach der Ur-Flurkarte offensichtlich noch weitgehend waldfrei, teils als Baumweide, teils sogar mit schmalen Ackerstreifen und Obstanbau genutzt. Im späten 19. Jahrhundert folgte – wie so oft auf solchen ortsfernen Ödflächen – die Aufforstung mit Nadelholz.
Besonders stabil sieht der fein geschichtete, rötliche bis grünliche und sehr feinkörnige Schilfsandstein aus den Gruben ja nicht gerade aus. Obgleich andernorts auch als Bau- und Schleifstein geschätzt, wurde er aus den hiesigen Brüchen zumeist zu Platten verarbeitet. Diese dienten als Bodenbeläge in Häusern, Kellern, auf Treppen, bisweilen auch als Wandverkleidung. In älteren landeskundlichen Beschreibungen ist etwa von „rothen Platten“ die Rede, wie sie auf dem Hörnle und im Gewann Schäufeleinsmahd bei Breitenholz gewonnen und teils weithin geschätzt und verhandelt wurden. Sogar bis 1965 wurde in kommunaler Regie ein großer Schilfsandsteinbruch auf dem Pfaffenberg bei Wendelsheim betrieben, heute als Märchensee bekannt.
Die ungleichmäßigen Schichten des Schilfsandsteins entstanden durch die Art der Gesteins-Bildung: ein von Nordosten heranführendes, weit verzweigtes Fluss-System lagerte vor etwa 210 Millionen Jahren in breiten Rinnen immer wieder unterschiedlich starke Sandbänke ab. Dabei bisweilen eingeschlossene (Schilf)Pflanzen gaben dem Stein seinen Namen.
Bildunterschrift: Steinbruch im Schilfsandstein auf der Schwarzenburg (© Christoph Morrissey)